Braucht es Selbstvertrauen, um Entscheidungen treffen zu können?

Vor Kurzem habe ich auf Instagram die Frage in den Raum geworfen, was du brauchst, um für dich gute Entscheidungen zu treffen. Unter den Antworten fand ich häufig das Stichwort Vertrauen und Selbstvertrauen vor.

Braucht es denn Selbstvertrauen, um Entscheidungen treffen zu können? - Auf jeden Fall!

Doch was ist, wenn du dir selbst nicht vertraust?

Typische Symptome eines mangelnden Selbstvertrauens sind z.B., dass du oft hin und her überlegst, immer wieder an deinen Entscheidungen zweifelst, deine Fähigkeiten nicht als gut genug ansiehst, über dich selbst schlecht denkst und sprichst, Lob und Komplimente nicht annimmst, und dir sehr viel gefallen lässt. - Na, erkennst du dich irgendwo wieder?

Ein mangelndes Selbstvertrauen hält dich davon ab, an dich selbst und deine Stärken zu glauben und zu deinen Worten, Werten und Überzeugungen zu stehen. Keine guten Voraussetzungen, um für dich gute Entscheidungen zu treffen, oder?

Heute teile ich ein paar Tipps mit dir, die dich dabei unterstützen können, dein Selbstvertrauen zu stärken:

1. Umgib dich mit den Menschen, denen du vertraust und sprich mit ihnen über deine Gedanken und Gefühle

Damit du Selbstvertrauen entwickeln kannst, musst du dich sicher fühlen. Deshalb ist es wichtig, Menschen in deinem Leben zu haben, denen du vertrauen kannst. Umgib dich mit ihnen. Sie geben dir das Gefühl, dass du gut so bist, wie du jetzt bist. Sie erinnern dich daran, dass du geschätzt wirst, auch wenn du niemals perfekt sein wirst. Und je sicherer und verbundener du dich mit den Menschen in deinem Leben fühlst, desto wohler fühlst du dich mit dir selbst.

Wichtig ist es auch, dass du mit ihnen über deine Gedanken und Gefühle sprichst. Denn wenn du mit einer Person über die eigenen Gedanken und Gefühle sprichst, die dir zuhört und auf dein Gesagtes eingeht - und nicht nur Wiederholt, was du gesagt hast, sondern ihre eigenen Gedanken einbringt - unterstützt du die Kommunikation zwischen deinen beiden Hinhälften. Genau heißt das: Durch das Kommunizieren deiner Gedanken und Gefühle mit anderen kannst du Unbewusstes bewusster wahrnehmen, versteckte Glaubenssätze und Überzeugungen erkennen und insgesamt mehr Klarheit gewinnen. (Das Journaling ist eine gute Alternative dazu. Doch noch hilfreicher wäre es, wenn du deine Texte mit anderen teilst.)

2. Sei vertrauenswürdig

Wenn du dir selbst mehr vertrauen möchtest, dann sei auch anderen gegenüber vertrauenswürdig. Versuche ihnen das zu geben, was du selbst gerne erhalten möchtest, sei es Verständnis, Einfühlungsvermögen, Rat, oder einfach Gesellschaft, in der gemeinsam geschwiegen wird. Versuche zu erkennen, was deine Freunde und Familie von dir brauchen und versuche ihnen aufrichtig das zu geben, was du kannst, wann du kannst - ohne dich aufzuopfern. Grenzen zu setzten ist ein Teil jeder fürsorglichen Beziehung, denn das Kommunizieren über die eigenen Bedürfnisse (und die der anderen), hilft dir dabei, dich besser kennenzulernen und dir zu vertrauen - und es hilft auch den anderen dabei, dich gut zu kennen und dir zu vertrauen.

3. Liste all deine Eigenschaften auf und betrachte sie einzeln

Schreibe sowohl die auf, die du an dir magst, als auch die, die du akzeptierst, und die, die du an dir gar nicht magst. Betrachte anschließend nacheinander die Eigenschaften und Verhaltensweisen, die du nicht an dir magst, und sag dir (am besten laut): “Ich bin bereit, mich so anzunehmen, wie ich bin, obwohl ich... Ich habe Fehler und Stärken, wie jeder andere Mensch. Niemand ist perfekt.”

4. Was ist dir heute gelungen? Was war für dich heute positiv?

Dieser Tipp ist für mich mittlerweile zur Routine geworden und möchte ihn nicht mehr missen: Setz dich abends vorm Schlafengehen hin und blicke auf den Tag zurück. Überlege vor allem, welche positiven Dinge du heute erlebt hast und was dir gelungen ist, so klein sie auch erscheinen mögen. Gerne kannst du diese Dinge aufschreiben und so festhalten. In jedem Tag verbergen sich gute und positive Erlebnisse, wenn du ganz genau hinschaust.

Natürlich baut man das Vertrauen zu sich selbst nicht von einem Tag zum nächsten auf. Es braucht, wie fast alle Dinge, einfach Zeit. Doch es lohnt sich, daran zu arbeiten! Ein gutes Selbstvertrauen ermöglicht dir, zu dir zu stehen, dich zu akzeptieren und an dich zu glauben. Es ermöglicht dir, dich, deine Bedürfnisse, Wünsche und Prioritäten besser wahrzunehmen. Und all das schafft dir schließlich die Grundlage, mit mehr Leichtigkeit für dich gute Entscheidungen treffen zu können.

Konntest du dein Selbstvertrauen bereits stärken? Was hat dir dabei besonders geholfen?