Warum es (auch vor Entscheidungen) so wichtig ist, dir Ruhe zu gönnen

Diesen Sommer lasse ich alles ruhiger angehen. Meine Arbeit, meinen Alltag, meinen Tag. Denn dieses Jahr fühlt er sich einfach anders an. Dieses Jahr vermisse ich diese unbeschwerte Leichtigkeit des Sommers, die ich sonst die Jahre zuvor eigentlich immer gespürt habe, und die mir immer wieder aufzeigt, worum es eigentlich im Leben geht. Deshalb habe ich Anfang Juli entschieden, mir die restlichen Sommermonate über mehr Zeit für mich zu nehmen und es mir gut gehen zu lassen. Mein Alltag geht zwar weiter, jedoch in einem anderen, entspannteren Rhythmus.

Und schon jetzt merke ich, wie mir diese Leichtigkeit wieder ein Stückchen nähergekommen ist. Ich habe mir den Druck rausgenommen, viel an einem Tag schaffen zu müssen. Denn muss ich das? Nö. Ich nehme mir wieder bewusst Zeit für Dinge, die ich gerne mache und auch für die, die ich ausprobieren möchte - Dinge, für die ich mir im Alltag sonst kaum Zeit nehme. Ich erlaube mir Pausen und muss sie mir nicht erst verdienen. Ganz ohne schlechtes Gewissen klappt es noch nicht - daran muss ich noch etwas arbeiten. Unser Körper, insbesondere unser Gehirn, braucht aber unbedingt Ruhe, weil wir sonst irgendwann ausbrennen würden. Nicht umsonst gilt für Arbeitnehmer eine gesetzliche Pausenpflicht. Denn sich eine Pause zu nehmen ist ein Grundbedürfnis.

Und wer sagt denn, dass Pausen unproduktiv sind? Mir sind die besten Ideen nicht beim Arbeiten gekommen, sondern in meinen Pausen oder Auszeiten. Gleichzeitig schöpfe ich aus ihnen neue Energie, neue Blickwinkel und Perspektiven. Zudem tue ich vor allem meiner seelischen und körperlichen Gesundheit damit etwas Gutes. Ich selbst habe die Verantwortung, auf mich selbst zu achten.

Oft genug habe ich mich leider in Situationen wiedergefunden, in denen ich mich so unter Druck gesetzt habe, dass ich mich selbst blockierte und mich schließlich unproduktiver und gestresster fühlte. - Und genauso ähnlich ging es mir in der Vergangenheit auch in Entscheidungssituationen.

Entscheidungen brauchen manchmal auch Ruhe und Zeit

Wenn du vor einer Entscheidung stehst, die dir nicht leicht fällt, kann es schon mal passieren, dass du ewig die Alternativen abwägst und trotzdem nicht weiterkommst. Oft ist steht dir dabei nämlich die Angst im Weg, eine falsche Entscheidung zu treffen. Doch auch Entscheidungsprozesse brauchen Ruhe und Zeit.

Klar, manche von ihnen müssen schnell getroffen werden. So können mit einem guten Reaktionsvermögen im Straßenverkehr Unfälle verhindert werden. Wir können halt nicht über jede einzelne Entscheidung erst einmal meditieren. Doch wenn du die Möglichkeit hast, dir Zeit und Ruhe zu gönnen, dann nutze sie auch.

Entscheidungen überschlafen

Wahrscheinlich hast du schon mal den Rat “Schlaf mal eine Nacht drüber” von anderen zu hören bekommen oder ihn sogar selbst gegeben. Tatsächlich ist sich die Forschung einig, dass sich Entscheidungen durch den Schlaf verändern können. Während wir schlafen, verarbeiten wir nämlich intensiv unsere gewonnenen Eindrücke und trennen das Wichtige vom Unwichtigen. Manchmal kann es gut sein, mal nicht bewusst über eine Entscheidung nachzudenken und stattdessen unseren unbewussten Denkprozessen die Arbeit zu überlassen, um dann am Morgen möglicherweise mit einer Antwort aufzuwachen.

Sprich über deine Gedanken und Gefühle

Aber auch wenn wir wach sind ist es wichtig, sich in wichtigen und schwierigen Entscheidungssituationen Ruhe und Zeit zu geben, anstatt nur den Kopf arbeiten zu lassen. Gespräche mit FreundInnen über deine Gedanken und Gefühle können dir dabei helfen, mehr Klarheit zu gewinnen, weil du im Gespräch Unbewusstes bewusster wahrnehmen kannst.

Back To The Roots

Ich liebe es, mich in der Natur aufzuhalten. Besonders weil ich in einer Großstadt lebe, zieht es mich regelmäßig in die naheliegenden Parks, Wälder und Seen, weil ich ihre Ruhe so unglaublich schätze. Gleichzeitig gibt sie mir so viel Energie, dass ich immer gestärkt wieder nach Hause gehe. Geht es dir auch so?

Auch die Natur kann dich bei deinen Entscheidungen unterstützen. Wenn du dich nämlich eine Weile und oft dort aufhältst, egal ob sitzend, spazierend oder laufend, (und dich nicht mit Musik oder Podcasts ablenkst), baust du zunehmend eine Verbindung zu deiner inneren Stimme auf, die dir immer das Richtige rät. Du musst einfach nur Vertrauen und Geduld haben und es öfter machen und üben.

Meditation und Yoga lassen dich ebenso nach innen blicken und können dich auch gut bei deiner Entscheidungsfindung unterstützen. Finde einfach einen Weg für dich, der zu dir passt.

Es ist ungemein wichtig, dir schwierigen Entscheidungsprozessen Ruhe zu gönnen (sofern es möglich ist), um auch deinem Unterbewusstsein und deiner inneren Stimme die Möglichkeit zu geben, dir eine Antwort zu geben. Denn sie wissen ganz genau, was dir wichtig ist und was du wirklich willst. In der Ruhe liegt die Kraft und darin auch der beste Raum für Entscheidungen.

Wann hast du dir das letzte Mal Ruhe gegönnt?